10. Mai 2013

'VERY GOOD' – Martin Kippenberger



"Kunst wird ja sowieso immer erst im Nachhinein betrachtet... ich würde sagen, 20 Jahre ist der Zeitraum. (...) Was dann die Leute noch von mir erzählen oder nicht erzählen werden, entscheidet. Ob ich gute Laune verbreitet habe oder nicht..." (Martin Kippenberger)
Nach dem Besuch der Ausstellung in den Rieckhallen des Hamburger Bahnhofs kann ich bestätigen, dass Kippenberger genau das erreicht hat. Die Besucher strömen ins Museum, um seine Kunst zu sehen. Kunst, die gute Laune macht – spätestens beim Betreten der großen Ausstellungshalle, wenn durch die Lautsprecher Kippenbergers Stimme den Raum beschallt: "Jaaaa! - - - Nee, nee! - - - Jaaaa!" Etwas absurd und doch sehr komisch...
Kippenberger starb mit nur 44 Jahren nach einem exzessiven Leben. Er war Maler, Schauspieler, Trinker, Selbstinszenierer, Reisender und noch viel mehr. Vielseitig ist daher seine Kunst. Es gibt viele Selbstbildnisse. Immer wieder Kippenberger: Als Statue in einer Bilderserie, mal verkleidet als Frau, auf einem Pferd in den USA, als junger Mann und häufig als ein vom Leben und Krankheit gezeichneter 'alter' Mann. Mal gemalt, mal fotografiert. Das Foto, auf dem er nur mit einer sehr unsexy großen, weißen Unterhose vor dem Spiegel steht, mag ich am liebsten. Die weiße Unterhose, scheinbar inspiriert durch ein Foto mit Picasso, taucht auf vielen Bildern auf. Gute Laune garantiert...
Von 1978 bis 1981 lebte Martin Kippenberger in Berlin. Das Gemälde 'Paris-Bar' erinnert an diese Zeit. Er malte Bilder und tauschte diese gegen kostenloses Essen und Trinken dort ein. Kippenberger zeichnete gerne auf Hotel-Briefpapier. Die Bilderserie 'Hotel Chelsea', in drei kleineren Räumen ausgestellt, finde ich sehr gut inszeniert.
Im 1. Obergeschoss des Hauptgebäudes des Museums sind die 'weißen Bilder' zu sehen. Weiße Leinwände in ebensolche Wände eingelassen. Beim Nähertreten erkennt man eine fast durchsichtige Kinderschrift. Kippenberger hat Kinder seine Kunst beschreiben und beurteilen lassen: very good – ausnahmslos. Der Titel der Ausstellung 'VERY GOOD' bezieht sich allerdings auf das von Kippenberger 1978 publizierte Magazin 'sehr gut. very good.' und nicht auf die Installation.

Noch bis zum 18. August ist die Ausstellung zu sehen. Weitere Informationen findet Ihr hier.



Die Haupthalle des Museums ohne Exponate
'Weiße Bilder'



Paris Bar
Überall weiße Unterhosen...






Auch schön.

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