11. September 2013

Siegmund Schütz und die KPM Berlin

Service 'Arkadia', 1938. Form Trude Petri, Medaillons Siegmund Schütz



Vor 250 Jahren gründete Friedrich der Große die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin. Das 250-jährige Bestehen der KPM wird in diesem Jahr mit drei großen Sonderausstellungen gefeiert. Im KPM Quartier in der Berliner Wegelystraße werden vom 20. September bis zum 5. Januar 2014 Porzellankunst aus privaten Sammlungen gezeigt. 300 Exponate zeigen einen Querschnitt durch sämtliche Schaffensperioden der Manufaktur.
Von 1936 bis 1970 arbeitete der Bildhauer Siegmund Schütz (1906-1998) als künstlerischer Mitarbeiter für die KPM, nachdem er bereits vier Jahre lang als 'Freier' dort tätig war. 1938 brachte die Manufaktur das Teeservice 'Arkadia' heraus, das für mich bis heute eines der schönsten Service ist: Eine Zusammenarbeit von Trude Petri, die für die Formgebung verantwortlich war und Siegmund Schütz, der das Dekor – die Medaillons – schuf. 
Siegmund Schütz studierte in Dessau Bildhauerei und Holzgestaltung. Er reiste viel, füllte seine Skizzenbücher mit den schönsten Zeichnungen aus Natur und Stadt. Die Kunst half ihm über die Kriegsjahre hinweg. Militärdienst und Kriegsgefangenschaft ertrug er, indem er stets versuchte, künstlerisch tätig zu sein. Mit einem Stückchen Holzkohle zeichnete er auf Packpapier, ließ die Gestalten kommen, die sich zwischen Kohle und Papier entfalten wollten. Einfachheit und plastische Rundung der Erscheinung war ihm ein Bedürfnis... 
In den Jahren bei der KPM entwarf Siegmund Schütz neben vier weiteren Servicen, zahlreiche Formen für Blumengefäße, Zigaretten- und Teedosen, Aschenbecher, Schalen, Wandreliefs, Leuchter, Portrait-Plaketten und viele andere wunderbare Kunstwerke, die bis heute weltweit große Beachtung finden. 
Für mich war er 'Onkel Siegmund', der Bruder meines Großvaters. In der Wohnung meiner Großeltern hing eine Wolfsmaske über der Tür, vor der ich mich immer fürchtete. Man erzählte mir, die hätte 'Onkel Siegmund' gemacht. Das Porzellan, von dem wir Kuchen aßen, das hätte 'Onkel Siegmund' gemacht... 
Und meinen Kindern erzähle ich heute: Die Vasen, in denen die Rosen blühen, die Teller, von denen wir Kuchen essen, die Schale, in der die Schlüssel liegen, das Relief an der Wand – hat alles...
Vielen Dank für die vielen schönen Dinge, Onkel Siegmund!

Informationen zum Jubiläumsjahr der Königlichen Porzellan-Manufaktur findet Ihr hier.

Dose, Delphin
Kaffeekanne 'Arkadia'
Vase 'Backenzahn'


Zigarettenbecher Sonnenköpfchen



Brosche, 1934/35
Tauftasse, 1967

Brosche mit Medaillon


Wandrelief, Quadriga, 1964

Gipsformen 

Siegmund Schütz, 1929

Skizze, Flötenspieler, auf Reisen entstanden

Erste Arbeiten als Kind: Kleiner Tempelfries aus Gips um 1917/18, Tiere aus Plastilin um 1917





Portrait als zehnjähriger Junge





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