10. Januar 2015

F. Hammann | Leder-Manufaktur



Es gibt sie noch, die guten Dinge, die in Handarbeit in kleinen Betrieben in alter Tradition und mit dem Know-How von Generationen produziert werden. Manufakturarbeit wird wieder mehr geschätzt. Die Menschen möchten wissen, wo die Dinge, die sie kaufen, herkommen, wer sie produziert hat, welche Materialien verwandt wurden...
Ich war zu Besuch bei Deutschlands ältestem Lederwarenhersteller und Produzent für Reiseaccessoires »Franz Hammann« mit Sitz in Offenbach am Main. 1864 von Carl Heinrich Hammann gegründet, werden hier in der Ludwigstraße feinste Dinge aus Leder für Herren und Damen produziert: Von Portemonnaies, Taschen, Kulturbeuteln über Manikür- oder Schminketuis bis hin zu coolen Taschen für Werkzeug oder die Nobelumhüllung für den Flachmann. 
Bereits die 5. Generation der Familie Hammann beliefert Läden bzw. Händler von New York bis Berlin, ist international bekannt für Qualität, Innovation und vor allem »made in Germany«. Hans-Christian Hammann und sein Vater Erich begrüßen mich kurz vor Weihnachten im Büro der Lederwarenfabrik, nehmen sich Zeit für eine Führung und erklären mir, wie aus einem Stück Leder eine Kosmetiktasche wird, wer daran wo arbeitet und welche Maschinen während des Produktionsvorgangs zum Einsatz kommen. Beeindruckend ist die »Dicke Berta«, eine Maschine, die mit einer Druckkraft von 16 Tonnen (!) Formen aus den Lederstücken stanzt. Das ganze Haus bebt, wenn sie benutzt wird. Und das regelmäßig alle paar Minuten, seit Jahrzehnten. Der Senior-Chef führt »life« vor, wie aus einem recht dicken Stück Leder ein flaches, dünnes Stück wird, wie die Schärfmaschine Kanten verfeinern kann (damit sie gut umgeschlagen und einfacher gesteppt werden können). Am Ende des Rundgangs betreten wir die Stepperei, wo die zuvor von den routinierten MitarbeiterInnen geschnittenen, gestanzten, zusammengefügten und geleimten Produkte fertig gestellt werden. Die beiden Stepperinnen sind in ihre Arbeit vertieft. Bunte Garnrollen, Spulen, Werkzeug überall, eine schöne Arbeitsatmosphäre herrscht hier, sowie in allen Räumen der Manufaktur. Die fertigen Lederwaren werden zum Schluss in hübsche Kartons verpackt, in hohen Regalen den jeweiligen Kommissionen zugeteilt und anschließend in die Welt hinaus geschickt. Hier könnt Ihr nachlesen, wo man die hochwertigen, handgemachten Accessoires kaufen kann. Sogar in Australien gibt es einen Händler. 

Vielen Dank an Vater und Sohn Hammann für den ausführlichen Rundgang durch die Manufaktur trotz des Vor-Weihnachts-Produktions-Stresses. 

F. Hammann, Fabrik feiner Lederwaren, Ludwigstr. 27, 63067 Offenbach
 

Herrenaccessoires

Inhaber in der vierten Generation – Erich Hamman 

»Klopfer«



Die leistungsstarke Stanze »Dicke Berta«
Stanzmaschine



Prägemaschine
Prägeform für »Ford«
Schärfmaschine »Fortschritt«

Schärfmaschine – unten wird das dicke Lederstück eingeführt und oben kommt es flach heraus... wow!

Erich Hammann stanzt Formen für ein Portemonnaie aus


In der Fertigung

 

Mitarbeiterin an der Steppmaschine

Herren- Manikür-Set
Luxus-Werkzeugtasche
Schminketui für die Damen

Edles in Silber, Gold und Fell

Beim SÜPER Store in der Dieffenbachstraße 12 in Berlin-Kreuzberg sah ich zum ersten Mal Produkte der Offenbacher Ledermanufaktur. Den letzten Besuch in meiner Geburtsstadt nahm ich zum Anlass, mal in der Ludwigstraße vorbei zu fahren...



Auch schön.

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