17. September 2015

Warum ich heute leider kein Foto für Euch habe

Heute habe ich leider kein Foto für Euch. Nur einen leeren Bildrahmen. Stellvertretend für Nicht-Schönes, für Nachdenkliches, für Ungelöstes oder Hoffnungsloses. Bilder, die wir jeden Tag in den Medien zu sehen bekommen, die uns zusammenzucken lassen und zum Innehalten ermahnen. Gerade habe ich, wie jeden Morgen, die Zeitung gelesen. Über Flüchtlinge, wandernde Völker, verzweifelte Menschen, Not, Krieg, IS und Fremdenhass. Auch Artikel über gescheiterte Energiepolitik, neue Enthüllungen des wohl niemals fertig werdenden Flughafen und andere unschöne Dinge...
Immer häufiger stelle ich mir die Frage, ob ich angesichts des alltäglichen Elends, nicht besser aufhören sollte, Blumenvasen, hübsche Einrichtungen oder Designermöbel zu fotografieren, gar darüber zu berichten? Ist das nicht alles unwichtig und banal? Sollte ich mich mehr einbringen, ein Flüchtlingslager besuchen, Syrern ein Obdach geben oder mehr spenden? Fragen, die uns allen durch den Kopf gehen. Es vergeht kein Tag, an dem in unserer Familie oder mit Freunden nicht über das Flüchtlingsthema gesprochen wird. Was kann man, was sollte man tun? Wird Deutschland das schaffen? Bleibt es bei unserer herzlichen Willkommenskultur, der immensen Hilfsbereitschaft und Empathie? Hut ab vor allen, die sich (ehren)amtlich betätigen, die Großes leisten und denen ich hiermit meinen Respekt ausspreche. 
Mir gehen gerade viele Gedanken durch den Kopf, doch die Frage, ob ich weiterhin über die schönen Dinge schreiben soll, beantworte ich mit einem klaren JA. Es gibt sie eben überall. Und trotz allem. Ob kleine Freuden, wie die Haselnüsse in der Kopenhagener Straße, die jetzt wieder reif sind, ob Alltagsgeschichten, wie die der vietnamesischen Blumenfrau oder des über 80-jährigen bayerischen Schusters, Lebensentwürfe zahlreicher Künstler und Kreativen, Café- und Ladenbesitzer oder Hoteliers – Fast alle Beiträge erzählen   Geschichten von Menschen, die einen Traum haben, eine Vision. Die etwas bewegen und viel Arbeit und Geld investieren, um die Butter auf's Brot zu bekommen. Ich möchte Euch gerne davon erzählen. Und wenn am Wegesrand eine Blume blüht, die den Weg in meine Vintage-Vase findet, dann auch bitte davon. Gerade gestern war ich wieder an einem wundervollen Ort hier in Berlin, habe fotografiert und viel über ein neues Projekt erfahren. So schön. Trotz allem.

Auch schön.

Das Montagsmöbel #59 – Barrique Möbel

Foto: Magnus Mewes Heute möchte ich Euch Möbel aus alten Eichenfässern (Barrique) vorstellen.  Die Idee des Designers   Magnus Mewes ...

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